Welpenzeit

Am 5.10.1997 ist sie als letzte von vier Welpen geboren. Mit 6 1/2 Wochen habe ich sie zum ersten Mal besucht; da waren ihre zwei Brüder schon in neuen Familien. Nur noch Milly und ihre Schwester waren da. Da Millys Eltern rechte Kläffer sind und Fremde nicht mögen, waren sie in der Küche eingesperrt. Die zwei Welpen sind ganz ängstlich auf mich zugekrabbelt. Eigentlich hätte man diese armen Würmchen nie kaufen dürfen: sie waren ängstlich, die Brüder sind schon mit 6 Wochen (!) abgegeben worden, die Eltern haben in der Küche Rabatz gemacht und doch hab ich nicht nein sagen können! Aber ich habe sie dann doch erst mit 7 Wochen, aber immerhin eigentlich schon stubenrein, abgeholt.

Milly hatte damals noch einen ganz leichten Vorbiß und war echt soooo miniklein; ich hab immer gesagt, sie ist so groß wie ein "Meerschweinchen auf Stelzen". Da sie noch nicht komplett geimpft war, bin ich die erste Woche nicht mit ihr Gassie gegangen. In der Zeit habe ich schon mal angefangen ihr was beizubringen. Schnell war sitz, komm, Platz und der Name gelernt!
Als Welpe war Milly optisch ein Zwerg-Rottweiler. Ein bißchen gedrungen im Körperbau und mit kleinen dicken stamperten Beinchen. Und das süßeste waren ihre Stirnfalten. Zusätzlich war sie sehr spärlich behaart, v. a. an der Halsunterseite, am Bauch und dan Schenkeln. Phasenweise war sie durch ihre Wachstumsschübe auch etwas unförmig ;). Sie war wirklich kein so hübscher Welpe, wenn ich ehrlich bin, bis auf ihren Kopf und die lustigen Ohren...
Denn ihre Ohren konnten sich lange nicht entscheiden was sie werden wollten: mal Rosenohren, Schlappohren, Stehohren, Segelohren, Steh-Kippohren, Kippohren oder auch wahlweise noch beide Ohren mit verschiedenen Formen. Später ähnelte sie immer mehr einem Zwerg-Dobermann, was bis heute geblieben ist. Und ihre Ohren entschieden sich mit einm halben Jahr Rosenohren zu werden. Aber nach so ein oder zwei Jahren sind diese immer mehr zu Fledermausohren oder Pommestütenohren geworden ;).

Nachdem sie dann endlcih geimpft war, bin ich raus, um ihr die Welt zu zeigen... Milly hatte von Anfang an Probleme mit kleinen Kindern, obwohl sie mit einem Baby aufgewachsen ist! Sie hat sie schon mit ihren 9 Wochen verbellt und später hat sie sich immer mehr hineingesteigert! Ich habe dann schwer mit ihr gearbeitet mit Leine, Ablenkung, Guzies und Konsequenz, so dass ich heute ohne Probleme, aber immer mit einem wachsamen Auge von mir, an Kindern vorbeigehen kann! Nur wenn Kinder sehr lebhaft sind, traue ich Milly immer noch nicht 100prozentig und leine sie auch heute noch lieber an! Erwachsenen gegenüber verhält sie sich sehr zurückhaltend. Nachdem ich aber nun schon ein paar Mal in Kinderkrankenhäusern Millys Tricks vorgeführt habe und es danach immer Streichelrunden für die Kinder gab, ist das alles vergessen. Milly weiß, dass sie fürs "Nichtstun" und streicheln lassen ganz viele Guzies bekommt, was kann es schöneres geben ;).

Milly war ein Herbstkind und hatte es mit dem nasskalten Wetter als kleiner Wutz echt nicht leicht! Außerdem wollte sie sich nicht schmutzig machen und hat es gehasst, wenn ich mal wieder einen Spaziergang über Stock und Stein gemacht habe. Deshalb musste ich sie immer "einfangen", bevor ich die Leine in die Hand genommen habe, sonst ist sie sofort abgehauen, damit sie ja nicht raus muss! Mittlerweile freut sie sich aufs Gassie gehen, hat aber eindeutig andere Vorlieben als Spazieren zu gehen. Ihre Freude hält auch immer nur bis zum ersten Stück Wiese an, dann scheint sie sagen zu wollen „so ich bin fertig, wir können wieder heim“. Meist ergibt sie sich dann ihrem Schicksal und taut dann ab der Hälfte des Spaziergangs wieder auf, weil sie weiß, dass es Richtung Heimat geht… ;)

Mit anderen Hunden hat sie an sich keine Probleme, wenn diese nicht zu aufdringlich sind! Sie ist andererseits aber kaum an ihnen interessiert, so dass ich sie ziemlich schnell fast überall ohne Leine hab laufen lassen können, da ich nicht befürchten musste, dass sie wegen einem anderen Hund über die Straße rennt!

Mit knapp einen Jahr hab ich sie kastrieren lassen und seitdem pinkelt sie auf zwei anstatt auf drei oder vier Beinen; sprich sie macht eine Art Handstand! Und zu allem Überfluss läuft sie dabei immer noch auf ihren Vorderbeien mehr oder weniger viele Schritte.