Feilbingert 2011

Wieder eine Freiluft-Challenge. Nach viel zu langer Abstinenz, da ich es nie in die Schweiz geschafft habe und Iserlohn dieses Frühjahr dummerweise eine Woche nach meiner Op lag... Milly ist ja wieder topfit und war extrem gut drauf an diesem Wochenende. Ich selber war noch gehandicapt von meinem Kreuzbandriss. Diesmal gab es wieder Punkte.
Ich bin in Level 3 gestartet. Das Motto war "Jahrmarkt".


1. Aufgabe:
Level 1: der Hund soll über eine kurze Distanz Tennisbälle in einen Blumentopfuntersetzer aufräumen. Der Besitzer muss dann damit Dosen abwerfen
Level 2: der Hund soll über eine länger Distanz Tennisbälle in einen Blumentopfuntersetzer aufräumen. Der Besitzer muss dann damit Dosen abwerfen
Level 3: der Hund soll über eine noch längere Distanz Tennisbälle in einen Blumentopfuntersetzer aufräumen. Der Besitzer muss dann damit Dosen abwerfen


Milly habe ich erst an die Bälle geclickert. Das war schnell erledigt, denn was soll man denn auch schon mit Tennisbällen machen außer sie ins Maul nehmen und zu mir bringen?! Das heißt jetzt nicht, dass Milly etwa mit Bällen spielt, aber ich habs in ihren 13,5 Jahren schon das ein oder andere Mal geschafft ;). Da Milly super über größere Distanzen  arbeitet, ja ich habe sogar manchmal das Gefühl, dass ihr das sogar besonders liegt, gings gleich an eingemachte und ich habe die Bälle recht schnell auf die geforderte Distanz gebracht. Und Gegenstände in einen Blumentopfuntersetzer apportieren, war ganz easy für Streber-Milly. Wir haben Hand in Hand gearbeitet. Tja leider war mein Part, das Werfen auf die Dosen, dann nicht ganz so erfolgreich ;). Aber von Wurf zu Wurf wurde ich besser. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber schreiben, dass ich wegen meinem Knie mich ja nicht so rühren konnte, wie ich es gerne gewollt hätte. Hier haben aber andere Teams, die mit wenigen Würfen immer viele Dosen abgeräumt haben, schnell einen großen Punkteabstand erarbeitet.

2. Aufgabe:
Level 1: der Hund soll auf einem drehbaren Käsebrett mit den Vorderbeinen stehen und dieses drehen, während die Vorderpfoten draufbleiben
Level 2: der Hund soll auf einem drehbaren Käsebrett mit den Vorderbeinen stehen und dieses drehen, während die Vorderpfoten draufbleiben
Level 3: der Hund soll auf einem drehbaren Käsebrett stehen und dieses drehen, während die Vorderpfoten draufbleiben und der Besitzer mit einer Spielzeugdrehorgel Musik macht


Ich arbeite eigentlich immer im Sitzen. Ich find das viel besser, da näher am Hund und bessere Fütterungsmöglichkeiten. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum so viele im Stehen clickern. Naja zurück zur Aufgabe. Hier musste ich mich leider hinstellen, denn mir war klar, dass ich es im Sitzen nicht schaffen werde, dass Milly mehr als 5 cm mit der Hinterhand arbeitend das Käsebrett drehen wird. Ich dachte Milly wird sehr irritiert sein, wenn ich stehe, aber nichts dergleichen. Mein persönliches Ziel war wirklich die Hinterhandarbeit zu clickern und ein gutes Gefühl zu haben. Bei dieser Aufgabe konnte man leicht durch eigene Bewegung um das Brett den Hund "mitnehmen", aber das ist nicht Sinn des creativen clickerns. Ich habe erst die Hinterhand geclickert und mich beim Füttern wieder ein kleines Stück versetzt, damit Milly wieder einen anderen Winkel zu mir hat um sich auszurichten. Am Ende hat Milly echt schön ihre Hinterhand eingesetzt und wir haben doch tatsächlich 1,5 Runden creativ erclickert. Auch hier haben andere Teams mit der oben erwähnten Methode viel mehr Runden geschafft.

3. Aufgabe:
Level 1: der Hund soll mit drei Pfoten auf eine Reihe Blechdosen stehen
Level 2: der Hund soll mit vier Pfoten auf eine Reihe Blechdosen stehen
Level 3: der Hund soll mit allen Pfoten über eine Reihe Blechdosen auf einen zu laufen


Diese Aufgabe erschien von außen betrachtet als nicht sehr schwer. Ich hab mich gewundert, dass der Hund auf einen zu arbeiten soll, denn das ist ja nicht so schwer, wenn der Hund am anderen Ende steht und ich sie anclicker. Alle Teams haben nur die Vorderpfoten clickern können, kein einziger Hund ist nicht ansatzweise drüber gelaufen. Der Grund war das die Dosen erstens genau in einer Reihe standen, was natürlich motorisch und koordinativ eine echte Herausforderung für einen Hund darstellt. Zusätzlich waren die Dosen extrem glatt. Hier hätte man mit Teppich, den man oben draufklebt, die Aufgabe entschärfen können, denn teilweise sind die Hunde schon so abgerutscht, dass man Angst um die Gesundheit haben musste.
Milly hab ich mit wenigen Clicks darauf eingeschossen, dass sie drüberlaufen soll. Dummerweise war es wirklich sauglatt, sodass sie sich wie ne Irre lang gemacht hat, aber die Hinterbeine blieben am Startblock "kleben". Nur ein bis zweimal hat sie kurz eine Hinterpfote auf die Dosen gesetzt. Naja dann ist sie ein paar Mal abgerutscht und vorbei war es. Milly ist ja immer sehr auf ihre Gesundheit bedacht und ist dann nur noch zögerlich auf den Dosen gestanden. Wenn ich die Muße habe, werde ich das vielleicht nachbauen und mit Teppich bekleben, rein interessehalber ob es überhaupt motorisch von einem Hund zu schaffen ist.

4. Aufgabe:
Level 1: der Hund soll mithilfe von Handtargets Pfote geben und Männchen machen
Level 2: der Hund soll mithilfe von Handtargets Pfote geben und Männchen machen und das ein paar Sekunden halten
Level 3: der Hund soll mithilfe von Handtargets Pfote geben und Männchen machen und das ein paar Sekunden halten, während der Besitzer einen lustigen Hut aufhat


Auch hier habe ich den Handtarget weggelassen, denn das war meiner Meinung zu viel Hilfestellung. Denn wenn ich Milly meine Hand hinhalte ist das für sie das Sichzeichen für Pfote geben. Das hat nichts mit creativ clickern zu tun. Ich habe einfach ihre Pfotenarbeit ohne jegliche Hilfestellung geclickert. Es hat nur wenige clicks gedauert und sie hat die Pfote gehoben und mir aufs Bein gegeben. Beim Männchen machen wollte ich ebenso den Handtarget weglassen, da er wie beim Pfote geben ein Sichtzeichen für Milly wäre. Da wir ja so einen lustigen Hut aufsetzen sollten, habe ich Milly geclickert, diesen mit der Nase zu berühren. Erst habe ich den Hut in der Hand gehalten und dann habe ich den Hut immer etwas höher gehalten bis sie Männchen machen musste um an den Hut zu gelangen. Nachdem das gut funktioniert hat, habe ich den Hut immer mehr aufgesetzt und mich etwas vorgebeugt. Milly hat dann leider kurz nach der Challenge Zeit sich erst soweit aufgerichtet, dass es ein Männchen wurde. Mir persönlich war hier wie gesagt auch das creative clickern wichtiger als die Lösung der Aufgabe, denn das hätte ich in 3 Sekunden mit Hilfe meiner Hand haben können.

Leider gab es keine Tagesaufgabe.
Milly ist am Ende 4. geworden. Ich bin sehr stolz auf meine kleine Omi, denn ich habe alles creativ erclickert und wir sind trotz meiner miserablen Wurfkünste so weit vorne gelandet.